Der Wetteraukreis wird Smarte.Land.Region

Einordnung

Das Vorhaben „Wetteraukreis – smart und resilient“ stellt ein Sonderprojekt im Rahmen des BULE-Modellvorhabens Smarte.Land.Regionen dar. Mit dem Modellvorhaben Smarte.Land.Regionen sollen intelligente und zugleich übertragbare Lösungen der Digitalisierung gefunden und in Modellregionen erprobt werden. Gefördert werden sollen regionale Digitalisierungsprozesse, die beteiligungsorientiert unter Einbeziehung ländlicher Akteure gestaltet werden sollen. Die Erarbeitung einer Digitalisierungsstrategie und der parallele Aufbau von Digitalkompetenzen, wie Vorhaben „Wetteraukreis – smart und resilient“ vorgesehen“, stellen einen zentralen Baustein in einem regionalen Digitalisierungsprozess dar.

Im Vorhaben soll ausgeleuchtet werden, wie mit diesen Kooperationspartnern Digitalkompetenzen über verschiedene Ansätze besser in den ländlichen Raum gebracht werden können.

Der Wetteraukreis steht für den Austausch mit anderen Landkreisen zur Verfügung und berichtet gerne über die eigenen Erfahrungen.

(Die Projektbeteiligten von links nach rechts: Kreisbeigeordneter Matthias Walther, Christian Sperling - Leiter Fachbereich Regionalentwicklung und Umwelt, Martin Langlitz- Fachdienst Kreisentwicklung und Matthias Flor - Fachbereich Regionalentwicklung und Umwelt)

Gesamtziel des Vorhabens

Mit dem Vorhaben soll für den Wetteraukreis eine Digitalstrategie erarbeitet und implementiert werden. Bislang verfügt der Wetteraukreis über keine Strategie, die den digitalen Transformationsprozess vorbereitet und koordiniert.

Mit der Erarbeitung der Digitalstrategie sollen zudem bereits bestehende digitale Lösungen, die der Projektfamilie Smarte.Land.Regionen zur Verfügung stehen, angewendet, ausprobiert und etabliert werden. Damit sollen parallel zur konzeptionellen Arbeit auch praktische Erfahrungen gewonnen und der Know-how-Aufbau vorangebracht werden.

Die Digitalstrategie soll beteiligungsorientiert erarbeitet werden, Präsenzveranstaltungen und digitale Beteiligungsformate werden miteinander gekoppelt. Des Weiteren sollen Digitalkompetenzen bei ländlichen Akteuren Schritt für Schritt entwickelt und aufgebaut werden.

Übergeordnetes Ziel ist es, durch das Vorhaben konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Daseinsvorsorgeleistungen in der ländlich geprägten Wetterau durch die Digitalisierung zu identifizieren und für die Umsetzung vorzubereiten. Dabei sollen voraussichtlich vor allem die Bereiche "Gemeinschaft und Ehrenamt", "Nahversorgung, Einzelhandel, Gewerbe", "Mobilität", "Geschichte, Kultur, Tourismus" betrachtet werden.

Diese Bereiche sind von besonderem Interesse:

"Gemeinschaft und Ehrenamt": Hier sollen die Chancen der Digitalisierung im Bereich der Unterstützung ehrenamtlichen bzw. nachbarschaftlichen Engagements, von Dorfgemeinschaften aber auch der Vereinsarbeit identifiziert und genutzt werden. Der Einsatz von Apps, social-media, digitale Lösungen zur Unterstützung von Vereinsarbeit wie auch Fragen der Bildung von ländlichen Akteuren sind hier strategisch in der Digitalstrategie zu bearbeiten.

"Nahversorgung, Einzelhandel, Gewerbe": In diesem Bereich spielen digitale Lösungen eine zunehmend wichtige Rolle, dies zeigt die aktuelle CORONA-Pandemie. In der Digitalstrategie soll anknüpfend an bereits erprobte Lösungen (online-Marktplätze, e-commerce, smarte Emma) u.a. eine Verbreiterungsstrategie erarbeitet werden. Dabei soll berücksichtigt werden, wie ländliche Akteure, die bislang noch nicht digital-affin aufgestellt sind, angesprochen und in einen regionalen Ansatz eingebunden werden können.

"Mobilität": Im Bereich der Mobilität können durch die Digitalisierung viele Potenziale erschlossen werden. Für den Wetteraukreis soll die ländliche Mobilität und mögliche Verbesserungsmöglichkeiten betrachtet werden. Dabei ist mit zu betrachten, dass im östlichen Wetteraukreis im Jahr 2027 eine regionale Landesgartenschau durchgeführt werden soll, was ebenfalls bedeutende Anforderungen an die Mobilität (von Gästen, Besuchern, Bevölkerung) haben wird. In der Digitalstrategie soll dies berücksichtigt werden.

"Geschichte, Kultur, Tourismus": Die Wetterau hat ein reiches geschichtliches und kulturelles Erbe, welches auch eine Basis für die touristische Entwicklung des Kreises darstellt. In der Digitalstrategie soll u.a. ausgeleuchtet werden, wie dies mit Hilfe der Digitalisierung für die Kreisentwicklung genutzt werden kann. In diesem Bereich kann auch der vormals vorgeschlagene Dienst DorfHeimat weiter konkretisiert werden.

Zudem wird ein positiver Nutzen des Vorhabens auch mit Blick auf die Krisenfestigkeit des Landkreises gesehen. Gerade in der CORONA-Pandemie wird mehr als deutlich, wie notwendig digitale Strukturen und Kompetenzen sind. Zur Bewältigung der Auswirkungen der Pandemie werden mittlerweile digitale Lösungen stärker genutzt (z.B. digitale Konferenz- und Beteiligungsmöglichkeiten), flächendeckend ist das Potenzial der Digitalisierung jedoch noch lange nicht ausgeschöpft. Diese Chancen zu heben, daran soll gearbeitet werden.

Das Vorhaben soll dabei helfen, mit den Auswirkungen der Pandemie umzugehen und sich resilienter für zukünftige Krisensituationen aufzustellen.